Was macht ein Sex-Coach?

Wenn ich auf einer Party erzähle, dass ich Sex-Coach bin, passiert meistens eins von zwei Dingen. Entweder wird es kurz still. Oder jemand fragt mit großen Augen: „Und was genau machst du da?“

Fair. Unter „Sex-Coach“ stellen sich viele etwas zwischen Pornodreh und Paartherapie vor. Beides ist es nicht. Hier erkläre ich dir, was wirklich passiert, mit welchen Themen Frauen zu mir kommen und wo meine Arbeit aufhört.

Kurz gesagt

Ein Sex-Coach begleitet dich dabei, deine Sexualität besser zu verstehen, mehr Lust zu spüren und klarer zu sagen, was du willst. Das passiert über Gespräche, Atemarbeit und einfache Körperübungen, dazu kommen Übungen für zu Hause. Ein Sex-Coach stellt keine Diagnosen, macht keine Therapie und hat keinen Sex mit dir. Bei mir bleibst du in jeder Session angezogen.

Mit welchen Themen Frauen zu mir kommen

Die meisten Frauen, die mir schreiben, sind nicht „kaputt“. Sie haben nur irgendwann gelernt, beim Sex mehr an andere als an sich selbst zu denken. Typische Sätze aus Kennenlerngesprächen:

  • „Beim Sex bin ich im Kopf statt im Körper.“

  • „Ich habe kaum noch Lust und weiß nicht, warum.“

  • „Ich sage Ja, obwohl ich eigentlich Nein meine.“

  • „Ich weiß gar nicht genau, was mir gefällt.“

  • „Nach der Trennung fühle ich mich in meinem Körper fremd.“

  • „In jeder Beziehung lande ich im gleichen Muster.“

Manche wollen besseren Sex. Manche wollen überhaupt erst wieder Sex. Und manche wollen vor allem lernen, in der Liebe nicht mehr so viel von sich selbst herzugeben.

Was in einer Session passiert

Jede Session ist anders, aber der Rahmen ist immer gleich. Bei mir läuft das ungefähr so:

Ankommen. Wir starten mit ein paar Minuten, in denen du aus dem Alltagsmodus rauskommst. Durchatmen und landen.

Reden. Du erzählst, was dich gerade beschäftigt. Ich höre zu und frage nach. Oft liegt unter dem eigentlichen Thema noch ein anderes, zum Beispiel ein alter Glaubenssatz wie „Ich darf nicht zu viel wollen“.

Spüren. Dann gehen wir vom Kopf in den Körper. Das kann eine Atemübung sein, eine kurze Meditation oder eine Übung, bei der du merkst, wo im Körper ein Gefühl sitzt. Nichts davon ist sexuell. Es geht darum, deinen Körper wieder als Verbündeten zu erleben.

Mitnehmen. Zum Schluss schauen wir, was du in deinen Alltag mitnimmst. Meistens gibt es eine kleine Übung für zu Hause, die du allein und in deinem Tempo machst. Du entscheidest, ob und wie.

Die Sessions finden online statt. Du sitzt bei dir zu Hause, ich bei mir, und du bestimmst immer das Tempo.

Warum der Körper so wichtig ist

Viele Frauen haben ihre Sexualität schon gründlich durchdacht. Bücher gelesen, Podcasts gehört, vielleicht Therapie gemacht. Der Kopf hat es verstanden. Der Körper hat die Nachricht nur nie bekommen.

Die Sexualforscherin Emily Nagoski beschreibt Lust mit einem schönen Bild: Wir haben ein Gaspedal und eine Bremse. Das Gaspedal reagiert auf alles, was uns anmacht. Die Bremse reagiert auf alles, was uns stresst, verunsichert oder beschämt. Bei vielen Frauen ist das Gaspedal völlig in Ordnung. Nur die Bremse ist dauerhaft gedrückt.

Genau da setzt Sexcoaching an. Wir schauen, was bei dir auf der Bremse steht, und lösen sie Stück für Stück. Mit Atem und mit ziemlich viel Geduld.

Was ein Sex-Coach nicht macht

Das ist mir wichtig, weil es hier viele falsche Bilder gibt.

  • Keine Nacktheit, kein Sex. In meinen Sessions gibt es weder Nacktheit noch sexuellen Kontakt. Niemals.

  • Keine Diagnosen. Ich bin keine Ärztin und keine Psychotherapeutin. Coaching behandelt keine körperlichen oder psychischen Erkrankungen.

  • Kein Ersatz für Therapie. Wenn es um eine Depression, eine Angststörung oder unverarbeitetes Trauma geht, gehört das zuerst in therapeutische Hände. Coaching kann eine Therapie gut ergänzen, ersetzt sie aber nicht.

  • Keine Versprechen. Niemand kann dir garantieren, dass du nach drei Sessions multiple Orgasmen hast. Ich auch nicht.

Hast du Schmerzen beim Sex, Blutungen oder neue körperliche Beschwerden, geh bitte zuerst zu deiner Gynäkologin. Danach kann Coaching dir helfen, wieder entspannter mit deinem Körper umzugehen.

Sex-Coach oder Sexualtherapeutin?

Die kurze Version: Eine Sexualtherapeutin hat eine therapeutische oder medizinische Ausbildung und darf Störungen diagnostizieren und behandeln. Ein Sex-Coach arbeitet mit Menschen, die im Alltag gut zurechtkommen und sich in ihrer Sexualität und ihren Beziehungen weiterentwickeln wollen. Coaching schaut eher nach vorn: Was willst du, und was hält dich davon ab?

Wenn du nicht sicher bist, was für dich passt, frag im Kennenlerngespräch einfach nach. Wenn ich nicht die Richtige bin, sage ich dir das ehrlich.

Woran du einen guten Sex-Coach erkennst

Der Begriff „Sex-Coach“ ist nicht geschützt. Jede darf sich so nennen. Darauf würde ich achten:

  • Eine fundierte Ausbildung, die sie offen benennt.

  • Klare Grenzen: Sie sagt dir, was sie macht und was nicht, und verweist dich weiter, wenn etwas außerhalb ihres Bereichs liegt.

  • Einverständnis: Sie erklärt jede Übung vorher, und du darfst jederzeit Nein sagen.

  • Ehrliche Sprache: keine Heilversprechen, keine Garantien.

  • Ein gutes Bauchgefühl im ersten Gespräch. Das zählt mehr als jedes Zertifikat.

Wie ich arbeite

Ich bin zertifizierter VITA™ Sex, Love & Relationship Coach, ausgebildet bei Layla Martin, und Breathwork-Facilitatorin. Ich verbinde Coaching mit Atemarbeit und Embodiment, also Übungen, die dich zurück in deinen Körper holen. Meine Sessions laufen online, auf Deutsch oder Englisch, meistens mit elektronischer Musik im Hintergrund. Ich lache viel und nehme dich trotzdem sehr ernst.

Ich arbeite nur mit Frauen. Viele kommen mit einer einzelnen Session, um reinzuschnuppern. Wer tiefer gehen will, begleite ich zwölf Wochen lang in AFLOAT oder sechs Monate in DEEPDIVE. Alle Angebote findest du unter Einzelcoaching.

Häufige Fragen

Muss ich ein „Problem“ haben, um zu einem Sex-Coach zu gehen?

Nein. Manche Frauen kommen, weil etwas nicht stimmt. Andere, weil sie einfach mehr wollen: mehr Lust und mehr Mut im Bett.

Ist das nicht total peinlich?

Die ersten fünf Minuten vielleicht. Danach merken die meisten, wie gut es tut, endlich offen über Sex zu reden, ohne bewertet zu werden.

Brauche ich einen Partner?

Nein. Ganz viel Arbeit passiert mit dir selbst. Ob Single, in einer Beziehung oder irgendwo dazwischen: Du bist richtig.

Was passiert mit dem, was ich erzähle?

Es bleibt zwischen uns.

Wie viele Sessions brauche ich?

Das hängt von deinem Thema ab. Eine Session kann schon viel klären. Für echte Veränderung im Alltag empfehle ich mindestens zwölf Wochen.

Lass uns reden

Du hast Lust, das auszuprobieren? Buch dir ein kostenloses Kennenlerngespräch, 30 Minuten. Wir sprechen darüber, was du willst (ja, auch über die spannenden Sachen) und ob wir zusammenpassen. Schlimmstenfalls hattest du ein richtig gutes Gespräch über deine Wünsche.

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